Meine Reisen

Reise 1 

28. Dezember 2011 bis 15. Januar 2012

 

Ein Heiratsantrag und brennende Straßen zu Silvester oder

Im Regenwald lässt es sich gut leben

 

Mit Phia's Reiserucksack auf dem Rücken und einem "Abenteuer-Backpackingurlaub-Gefühl" im Magen ging es los. (Danke nochmals für den Rucksack, Phia!) In einem äußerst komfortablen Doppeldecker-Bus fuhren Eva, Percy und ich zunächst nach Chiclayo, Geier kreuzten unseren Weg, während ich oben vorne sitzend einen Panoramablick genoss. In Chiclayo lebt die Familie meines Mitbewohners Percy, so dass Eva und ich bei seiner Schwester etwas außerhalb von Chiclayo unterkommen konnten.

Auf einem Grundstück standen mehrere Häuser, Kinder tobten auf dem Gelände, Hunde liefen dazwischen umher und auch die Wellensittiche in den zwei kleinen Käfigen machten einen zufriedenen Eindruck. Eine schöne Familienidylle. In Pimentel bei Chiclayo gingen wir an den Strand, in Mitten von Reisfeldern besuchten wir die neu entdeckte Pyramide der Sipán Kultur und sahen uns einige ihrer Schätze in einem kleinen Museum an, wir aßen Ceviche, leckerer als mein vorheriges Ceviche-Erlebnis in Lima, ließen uns vom "Opa" des Familiengrundstückes, welches uns als Unterkunft diente, zum Essen in seinen teuren Club einladen und erkundeten die Stadt, die einen deutlich kleineren Eindruck als Lima macht (obwohl sie die fünft größte des Landes ist). Auch Silvester verbrachten wir in diesem Küstenort mit Percy und seiner Familie. Als es mit einem Abendessen bei Percy's Eltern los gehen sollte, war Percy nicht auffindbar und somit warteten wir zwei Stunden fernsehend. Irgendwann musste ich mir die Beinde vertreten (auch weil mich der Musik machende und blinkende Weihnachtsbaum aus Plastik störte und mich vom Film "Mr. und Mrs. Smith" ablenkte, wobei die Peruaner das Dudeln als nicht störend empfanden) und fand somit Percy im Gespräch mit zwei altbekannten Freunden auf der Straße wieder. Bevor wir (Stunden später) umkehrten, erwies sich einer dieser Freunde als nerviger Anwalt, der mir einen Heiratsantrag machte, mir Häuser/Hunde/..versprach und mich für die Liebe seines Lebens hielt. Der andere Freund sollte sich als nützlicher erweisen, da er eigentlich in Cajamarca, unserem nächsten Reiseziel, wohnt (dazu später mehr).

Insgesamt war Silvester eher unspektakulär-jedoch deutlich spektakulärer als ich es in den USA erlebt hatte. Neben dem gemeinsamen Abendessen gab es ein Feuerwerk und auf den Straßen wurden selbstgemachte, große Puppen verbrannt (mit ihnen sollte das "Böse" der Vergangenheit verbannt werden, so dass am nächsten Tag "Scheiterhaufen" das Stadtbild prägten, die umfahren werden mussten, viele Peruaner trugen gelbe Unterwäsche als Zeichen des Glückes (die Märkte waren zuvor gefüllt mit Unterwäscheständen und sämtlichen Spaßartikeln- alles in gelb natürlich) und letztlich fuhren wir zu einer "Outdoor-Straßenfiesta", so ähnlich wie ein von Nachbarn organisiertes Straßenfest in Deutschland, allerdings mit mehr Alkohol, Tanz und Musik, dummen Flirtversuchen und einer Piñata (ein Pappmaché-Gebilde, das über den Menschen hängt und irgendwann zerschlagen wird, so dass die Füllung - Süßigkeiten oder Scherzartikel - hinunter fallen und aufgesammelt werden können).

Von Chiclayo aus fuhren wir nach Cajamarca in den Anden. Den ersten Tag dort verbrachte ich leider zum großen Teil wegen gesundheitlicher Problemchen im Bett...

 

(Fortsetzung folgt an dieser Stelle!)

Lima von oben
Lima von oben