August 2011

 

31. August

 

Heute war ich mal wieder in der Schule und es war weniger langweilig als sonst, da Eva und ich trotz schlechter Spanischkenntnisse den Unterricht im Fach "Computación" geschmissen haben und die Schüler uns irgendwie sogar verstanden haben, größtenteils auch sehr lieb und fleißig gearbeitet haben und niemand tot umgefallen ist, was wir auf unsere Kappe hätten nehmen müssen. Der "erste wirklich richtige Tag" ist also geschafft und ich bin guter Dinge, dass es so weiter gehen kann.

 

30. August

 

Um wieder mit meiner Gesundheit zu beginnen: Ich würde mich zwar immer noch als krank bezeichnen, da ich meinen Magen immer wieder negativ zu spüren bekomme, insgesamt geht es mir aber wieder besser als in den vergangenen Tagen - hoffentlich wird dieser Trend auch weiterhin zu verzeichnen sein.

Da es mir gestern Abend bereits relativ gut ging, machte ich mich mal wieder auf den Weg zum "Baile con Jorge" (habe ich erwähnt, dass der echt lustig ist? Immer in Hotpants und leicht "schwul" angehaucht, auf jeden Fall ein Unikum) im Fitnessstudio. Es ist wirklich schön, dort bereits die ein oder andere Person mit Namen zu kennen und so langsam gewöhne ich mich auch an die Drehungen und den Hüftschwung beim Tanzen. Einige Schritte scheinen sich, egal bei welchem Lied, zu wiederholen.

Heute Abend werde ich dort übrigens auch wieder anzutreffen sein - schließlich müssen sich meine bereits bezahlten 75 Soles für den Monat lohnen.

Nach der Tanzstunde trafen Eva und ich dann auf eine uns von der Geburtstags-Abschiedsfeier vom Vorgänger bekannten Person. Jean (?) und sein Kumpel, ich glaube er heißt Eduardo, begleiteten uns zur Wohnung wo wir schließlich vereinbarten, dass wir mit zwei weiteren Freiwilligen aus Miraflores zu einer "Outdoor-Fiesta" in der "Calle Santa Rosa" in Comas fahren würden.

Leider stellte sich heraus, dass es nicht nur eine "Calle Santa Rosa" in Comas gibt, sondern mindestens zwei. Jean, Eduardo, Eva und ich nahmen jedenfalls gegen 23 Uhr ein Taxi zu einer der Calles, wo es auch viele Fiestas zu Ehren der Santa Rosa de Lima gab, jedoch keines mit den anderen Freiwilligen, die wir dort treffen wollten. Irgendwann, nach einigem Hin und Her, fanden wir sie letztlich in einer Straße, die nicht "Calle Santa Rosa" hieß, sondern "X (x sei ein von mir vergessener Name) Santa Rosa". Dort lernten wir dann auch drei ihrer Bekannten kennen, bzw. einen Bekannten, der wiederum mit zwei Freunden dort war - Bruce, Chus (Piero Jesus) und Miguel. Zusammen genossen wir die lateinamerikanische Musik einer Live-Band, es gab die Möglichkeit Bier und Popcorn, Anticucho, .. bei Straßenhändlern zu kaufen und schließlich sogar ein Feuerwerk. So ein Feuerwerk habe ich allerdings noch nie erlebt! Man nehme ein Drahtgestell mit mehreren Etagen (präsent waren sechs, mir wurde aber erklärt, dass es eigentlich acht sein müssten), platziere ein Bild der Heiligen Santa Rosa in der Mitte und lasse das Gestell, um die Heilige herum, Funken und Leuchtkugeln sprühen. Ein kleiner Teil des Feuerwerkes waren allerdings auch Raketen, wie wir sie von Silvester etc. kennen. Sehr nah trauten wir uns übrigens an die ganze Konstruktion nicht heran, als vertrauenserweckend würde ich sie nicht beschreiben. Eine noch mindere Stufe von Vertrauenswürdigkeit nahm die mehrfach erscheinende "Vaca Loca" (Verrückte Kuh) ein. Man nehme eine Pappmaché-Kuh mit kleinen Feuerwerkskörpern (Funken, Leuchtkugeln) und stülpe sie einem Menschen über. Dieser muss dann "wie verrückt" auf die anderen Menschen zulaufen und wild die Funken in die Menge sprühen. Alle, ja - auch die einheimischen Peruaner, flüchteten sich stets an den Straßenrand und drängten sich dicht an die Häuserwände beim Erscheinen der Vaca Loca. Mütze/Kaputze über den Kopf gezogen, hockten wir dicht an dicht gedrängt, um nicht in den Zorn der Kuh zu geraten. Bei dieser Gelegenheit kam ich auch sogleich ins Gespräch mit anderen Peruanern, die sich hinter mir zu verstecken versuchten. Und wie bisher immer bei Fiestas, wurde ich kurze Zeit später zum Tanzen aufgefordert. Diesmal bin ich beim vermeintlichen Salsa sehr gut mitgekommen, aber irgendwie fand ich diese Form auch sehr viel langsamer als sonst.. Sorgen bereitete mir jedoch auf einmal Cumbia. Als ich (es war schon "spät" am frühen Morgen) mit Miguel tanzte, kam mir dieser immer näher und näher, und näher ging es dann wirklich nicht mehr, sodass ich mir schnell ein Ablenkungsmanöver zur Befreiung überlegen musste. Glücklicherweise schien für die anderen auch der Moment des Aufbruchs gekommen zu sein, sodass sich Jean, Eduardo, Eva, Ariane und Birte (die zwei anderen Freiwilligen) und ich auf den Rückweg machten. Ein negatives Erlebnis wartete auf uns an der nächsten Straßenecke. Eine Junge versuchte ein Tauziehen um Arianes Tasche, diese gewann und wir konnten vom Glück reden, Jean und Eduardo dabei gehabt zu haben, die sich auf eine (zum Glück nur) verbale Diskussion mit dem kleinen Dieb einließen und wir schließlich mit allem Geld/.. ins nächste Taxi steigen konnten. Zu sechst auf der Rückbank gedrängt, ging es in bekannte Gefilde und Eva und ich hatten von Birte und Ariane Übernachtungsbesuch.

Leider verschlief ich die Abreise unserer Vorgänger- wie gut, dass ich mich am Vorabend bereits von ihnen verabschieden konnte!

Heute hätte eine Kino-Einladung von Chus, der übrigens meinte, er hätte die gleiche Schule wie (wieder das Gesprächsthema) Claudio Pizarro besucht, ins Haus gestanden, aber ich wollte mich lieber noch etwas erholen. Vielleicht kann das Treffen bald nachgeholt werden.

 

29. August 2011

 

Leider bin ich noch immer krank und immer näher daran, einen Arzt zu konsultieren. Aus diesem Grunde kann ich auch heute nicht an dem Schulfest zu Ehren der Santa Rosa de Lima teilnehmen (morgen ist Feiertag, um sie zu würdigen).

Doch gerne würde ich euch kurz von dem 15. Geburtstag der Nichte eines Lehrers der Schule, für die ich arbeite, berichten. Auf der Einladung stand, dass es um 21 Uhr los gehen sollte, um 22 Uhr sollte das Geburtstagskind den Raum betreten. Tatsächlich wurde sie aber erst kurz nach 23 Uhr mit einer Limousine in die gemietete Halle gefahren, was auch gut war, denn vorher waren noch nicht alle Gäste erschienen. Die gesamte Halle war in den Farben weiß/violett dekoriert, den Farben ihres weit ausgestellten Kleides. Sämtliche Gäste erschienen ebenfalls in Anzug, Kleid, Bluse/Rock. Alles erinnerte an eine Hochzeit, auch die angestrahlten Geburtstagstorten, die jedoch nie gegessen wurden (jedenfalls nicht bis zu meinem Verlassen der Party irgendwann nach 4 Uhr).

Der 15. Geburtstag von Mädchen wird hier als sehr wichtig angesehen, denn an diesem Tag werden sie offiziell zu Frauen. (Jungen werden am 18. Geburtstag zu Männern.)

Zunächst wurden Reden geschwungen, dann wurde die Tanzfläche vom Geburtstagskind, das mit ihrem Vater, Onkel, Freund tanzen musste, unsicher gemacht. Auch wurde eine Choreographie nach kurzem Showact (mit "My Heart will go on"-Musik, ich dachte nur: "Cheesiger kann es wirklich nicht mehr werden") vorgeführt, während der das Mädchen ihr langes Kleid ablegte und plötzlich im Minirock da stand.

Anschließend wurden offizielle Fotos gemacht, die ganze Zeit liefen irgendwelche "Princess"-Lieder im Hintergrund, und verschiedene Kleinigkeiten wurden von Kellnern gereicht. Auch wurde die Bar letztlich eröffnet und die Gäste langten insbsondere beim Pina Colada und Bier ordentlich zu. Schließlich wurde von allen getanzt. Hierzu könnte noch erwähnt werden, dass ich beim Cumbia langsam Fortschritte mache, Salsa ist immer noch eine Nummer zu groß für mich.

Übrigens, wenn man erzählt, dass man aus Deutschland, oder sogar schon berichtet, dass man aus Bremen kommt, wird sehr häufig mit einem Lächeln reagiert und nachgehakt, ob ich denn Pizarro kenne. Werder Bremens Claudio Pizarro - das verbinden viele Peruaner mit Deutschland.

 

Ich für meinen Teil werde mich nun aber wieder meinem Bett widmen...

 

27. August 2011

 

Guten Morgen! Nach einer rekordverdächtigen Nacht hat der nächste Tag begonnen. Rekordverdächtig?

In der letzten Nacht haben sich so häufig wie bisher nie zuvor die Katzen der Nachbarschaft auf dem Wellblechdach meines Zimmers geprügelt. Das Katengeschrei ist das eine störende Geräusch, das Wellblechdonnern das andere – es erinnert an Erdbeben und lässt einen aus dem Schlaf aufschrecken. Vielleicht kann man sich aber daran gewöhnen. Viel mehr ist bisher nicht passiert, ich werde euch natürlich up-to-date halten…

…sollte es euch wundern, dass ich hier so oft schreibe-mich wundert es auch! Aber irgendwie hatte ich bisher immer die Zeit dazu und zudem nutze ich das Schreiben, um mich selbst an alles Geschehene zu erinnern. ;)

 

26. August 2011

 

Drei Freiwillige krank zu Hause...

So oder so ähnlich könnte eine zusammenfassende Überschrift für die letzten zwei Tage aussehen.

Es hat sich nämlich heraus gestellt, dass nicht nur ich mir irgendwas eingefangen habe, Eva hat inzwischen ebenfalls Magenbeschwerden und unsere Vorgängerin, die gestern zu einem Seminar hätte fahren müssen, ist aus Krankheitsgründen ebenfalls zu Hause geblieben, wie sich abends heraus stellte, als ich mich für wenige Minuten aus meinem Bett wagte.

Heute sind Eva und ich dann, nach einer kurzen Mitteilung per SMS an die Direktorin, nicht zur Schule gefahren.

Aber damit ihr euch wirklich keine Sorgen macht: Mir geht es schon wieder besser! Morgen werde ich mich hoffentlich wieder richtig gesund fühlen und vielleicht sogar in der Lage sein, zu einem fünfzehnten Geburtstag der Nichte eines Lehrers der Schule zu fahren. Der fünfzehnte Geburtstag wird hier übrigens sehr groß gefeiert, es steht direkt auf der Einladung, dass man sehr formell gekleidet erscheinen muss - das stellt für mich ein kleines Problem dar, alles "Formelle" habe ich leider zu Hause gelassen, die 23 kg Freigepäck haben Blusen, Kleider, .. nicht mehr zugelassen.

 

Zudem möchte ich noch einen kleinen Nachtrag zum "typischen Klassenzimmer" vermerken:

Mir ist aufgefallen, dass viele Schüler nicht die Schrift auf der Tafel lesen können, dann heißt es immer "Senorita Jana, können Sie mir sagen, was da steht" oder die Kinder stehen auf, gehen nach vorne und setzen sich schließlich wieder hin, um nach wenigen Buchstaben wieder aufstehen zu müssen. Ich vermute, dass viele Kinder hier kurzsichtig sind und eigentlich eine Brille bräuchten, nur sehr wenige verfügen aber tatsächlich über eine Sehhilfe.

 

25. August 2011

 

Leider hat sich mein Gesundheitsstatus von "quicklebendig" zu "krank" verändert. Bereits heute morgen fühlte ich mich nicht wohl, wollte aber mit Eva zur Schule fahren, da heute unser erster Arbeitstag ohne Vorgänger war und ich sie dabei nicht im Stich lassen wollte. Dies erwies sich jedoch als Fehler und zwei Stunden später saß ich, nach einem Tee im Büro der Direktorin, im Bus auf der Rückfahrt. Zu allem Überfluss wurde ich im zweiten Bus noch um das Rückgeld betrogen und der Bus fuhr gar nicht die Route, die ich hätte fahren müssen (obwohl ich mich zuvor bei der "Geldeinsammlerin" vergewisserte, dass ich den richtigen Bus nahm). Zum Glück erkannte ich aber nach kurzer Zeit, wo ich aussteigen musste und nach einem kleinen Fußmarsch legte ich mich schlafen. Mehr ist heute nicht passiert. Ob ich morgen zur Arbeit fahren werde, ist ungewiss.

Fragezeichen sehe ich allerdings in der Ursache meiner Krankheit (Übelkeit, Magenkrämpfe, Schüttelfrost, Schwindel, Kopfschmerzen - keines der Symptome besonders schlimm, aber alles zusammen natürlich unangenehm) - ich habe gestern nichts gegessen, was hätte "falsch" sein können. Cornflakes habe ich vorher schon gegessen, an Brötchen mit Wurstauflage (die frisch war) kann auch nichts sein und die Spaghetti mit Tomatensauce haben vor dem Essen natürlich gekocht, sodass alle Bakterien hätten sterben müssen. Wenn ihr euch mit so etwas auskennt, ich wäre euch sehr um Tipps verbunden.

Ansonsten gehe ich davon aus, dass es mir bald wieder besser gehen wird. Macht euch also bitte keine Sorgen!!

 

24. August 2011

 

Heute gab es ein Erdbeben, gestern sah ich einen umgekippten Bus am Straßenrand. Das ist eine Seite Perus.

Während des Unterrichts wackelte auf einmal die Erde, nur leicht, aber dennoch mussten wir alle Schüler evakuieren. Während wir noch die letzten Schüler aus dem Computerraum schickten, versammelten sich die ersten Klassen mit ihren Lehrern bereits auf dem Schulhof. Da es vor einigen Jahren ein schlimmes Erdbeben, welches viel Zerstörung anrichtete, in Peru gab, fürchten sich hier viele Menschen vor weiteren Erdbeben, ich sah eine Lehrerin sich bekreuzigen und kurz beten. Das Erdbeben heute war aber ganz harmlos und schnell vorbei, nach wenigen Minuten konnten wir wieder den Computerraum im oberen Stockwerk betreten.

Der umgekippte Bus am Straßenrand ist leider auch keine Seltenheit. Dieser lässt auf den Straßenverkehr schließen.

Aber weiterhin lässt sich sagen: Ich bin quicklebendig. :)

 

23. August 2011

 

Vielleicht habt ihr es bereits mitbekommen - ich habe meine bisherigen Fotos hochgeladen. Leider komme ich allerdings nicht dazu, besonders viele zu machen, da ich entweder zu faul bin, meine Kamera mit zu schleppen, oder ich die Umgebung zu unsicher finde. Es fällt mir schwer, meine Kamera zu zücken, wenn man angepfiffen wird, wenn einem "Hola Gringita" hinterher gerufen wird, die Leute starren, ... . Im Laufe des Jahres wird sich die "Fotos"-Rubrik aber sicherlich dennoch füllen.

 

Inzwischen habe ich einen Probetag im Fitnessstudio genossen, der hat mich aus der immer stärker um sich greifenden Langeweile, zweitweise auch vormittags im Projekt, gezogen. Aus diesem Grunde habe ich mich dazu entschlossen, heute erneut zum Tanzkurs dort zu gehen und mich für einen Monat offiziell anzumelden.

Dennoch war der Probetag nicht ganz unproblematisch. Beim Tanzen beispielsweise ging es harmlos los, Musik die ich kannte, alles kein Problem. Nach nur einem Lied bestand dann alles aber nur noch aus Salsaschritten und Drehungen - ich muss sehr lustig ausgesehen haben. Der Großteil der Peruaner hier scheint irgendwelche Körperteile zu kennen und bewegen zu können, von denen ich bisher nichts wusste. ;)

 

Gerne möchte ich euch noch kurz vom "typischen" Klassenzimmer an "meiner" Schule berichten:

Neben Jesus- oder Santa Maria Bild sind auch Sprüche wie "Stolz, Peruaner zu sein" zu finden. Religion und Patriotismus werden also nicht von Institutionen wie Schulen getrennt.

Weiterhin hat es mich etwas schockiert, dass an den Wänden zum Teil blonde, blauäugige Abbilder von Kindern zu finden sind, die Buchstaben/Zahlen/was auch immer beibringen sollen. Abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen wie mir (und ich bin nicht mal blauäugig) sind solche Erscheinungsbilder im realen peruanischen Leben aber nicht zu finden. "Peruanisch" aussehende Kinder "hängen" in den Klassen eher nicht.

Zudem hat es mich etwas geärgert, dass Schreiben im Hausaufgabenheft der Kinder nur an den "Familienvater" gerichtet sind, dieser muss auch unterschreiben, in keinem Wort wird die Mutter oder werden Erziehungsberechtigte als solche genannt. Das zeigt, wer hier in den Familien die Hosen an hat.

Weiteres werde ich bestimmt im Laufe des Jahres entdecken..

 

Was ich bereits entdeckt habe: Es schimmelt in meinem Zimmer und im Bad, und das gar nicht mal so wenig - umso besser, dass es bald in die neue Unterkunft im Nachbarhaus gehen soll. Ich hatte bereits die Möglichkeit, sie kurz zu besichtigen. Es fehlen zwar noch Möbel und es muss noch etwas renoviert werden, aber ansonsten siehts wesentlich besser aus, als die jetzige Wohnung - insbesondere das Badezimmer! :)

 

21. August 2011

 

Und wieder hat ein neuer Tag begonnen, während es bei euch schon fast 22 Uhr ist, bin ich erst vor kurzem aufgestanden und habe mir zu Mittag eine Schüssel Cornflakes gegönnt (sehr interessant, ich weiß).

Gestern Abend war, wie berichtet, eine Überraschungs-Geburtstags-Abschiedsfeier unseres Vorgängers - ein durchaus lohnenswertes Event. Eigentlich sollte sie um 21 Uhr beginnen, nach 22 Uhr trudelten dann die meisten ein, die letzten Gäste kamen gegen Mitternacht dazu.

Zunächst wurde gegessen (beispielsweise "Tequeños", Käse und Wurst in Blätterteig und dann frittiert), es wurde getrunken (und das von vielen nicht zu wenig, ich werde jetzt aber keine Namen nennen..) und dann irgendwann wurde getanzt. Salsa, Reguetón und ein wenig Elektrostyle. Äußerst interessant. Anfangs versuchte ich mich bedeckt zu halten, nach nur wenigen Minuten mißglückte mir dieser Versuch jedoch und bis 5 Uhr befand ich mich mitten unter den Leuten. Es war auch durchaus schön, neue Leute kennen zu lernen, von denen mich jedoch jeder warnte: "Hay mal gente en Perú." (Ich sollte mich doch immer sehr in Acht nehmen.) Auch Handynummern wurden ausgetauscht, im Notfall (oder natürlich auch sonst so) sollte ich mich unbedingt bei ihnen melden.

Das war gestern (bis heute). Heute steht der Besuch des Fitnesscenters in Comas auf dem Programm. Eva und ich wollen aus dem Loch der bisherigen um sich greifenden Langeweile heraus, was unternehmen, sich dem sättigenden Essen entgegen stellen und noch mehr Kontakte knüpfen - also scheint hier die einzige Möglichkeit, ein Kurs um Fitnesscenter zu sein. Wer weiß, ob die was für uns im Angebot haben..

Zudem musste ich vor wenigen Sekunden feststellen, dass mein kompletter Trinkwasservorrat aufgebraucht ist. Ich hatte mir zu Beginn der Zeit in Comas mit Eva eine 7l Wasserflasche gekauft, die ist jetzt leer, auch nachdem unsere Mitbewohner sich ihrer bedient hatten. So ist wohl das WG-Leben. Das nächste Mal kaufe ich mir eine kleinere Flasche nur für mich selbst. Die steht dann unter Verschluss in meinem Zimmer.

 

20. August 2011

 

Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass ich auch schon "Anticucho" gegessen habe. Eigentlich wollte ich es nicht probieren, da mir gesagt wurde, es sei Rinderherz, als dann aber alle meinten, es wäre total lecker und das Fleisch sehr zart, habe ich es im Restaurant dann tatsächlich bestellt. Und es war wirklich "total lecker".

Ansonsten gibt es seit gestern kaum Neuigkeiten, aber der Tag hier hat auch erst vor wenigen Stunden begonnen. Heute Abend wird in den Geburtstag eines Vorgängers von Eva und mir reingefeiert. Liebe Grüße nach Deutschland!

 

19. August 2011

 

Schon drei „Schultage“ sind inzwischen vergangen und nun steht das Wochenende vor der Tür.

Bei einer „Reunión“ mit den Lehrern und Angestellten in der Schule sowie der Direktorin zu Gunsten zweier Lehrer, die Geburtstag haben/hatten und dem Abschied von den Vorgängern von Eva und mir, wurden Eva und ich offiziell mit einigen Worten vorgestellt. Ansonsten bleibt zu erwähnen, dass wir heute nur sehr wenig zu tun hatten. Täglich sollen wir von 8 Uhr bis 13 Uhr in der Schule sein und bald „Computación“, den Informatikunterricht für die Schüler, weiterführen. In den letzten zwei Tagen haben wir somit unseren Vorgängern über die Schulter geschaut. Heute kam jedoch keine Klasse in den Computerraum, eigentlich hätten wir den Raum und die Computer säubern müssen, aber letztlich sind wir nach einer Runde Quatschen und der Reunión (mit Suppe) eine Stunde früher als sonst gegangen. Sogleich haben wir uns zum „Mega Plaza“, einem großen Einkaufszentrum mit Kino, aufgemacht und nach einem neuen Wäscheständer Ausschau gehalten, diesen aber nicht für kleines Geld finden können.

Ebenso könnte euch interessieren, dass ich zum ersten Mal mit einem „Combi“, einem sehr kleinen Bus gefahren bin und dort zunächst keinen Sitzplatz fand. Leider sind diese Busse für kleinere Peruaner schon eng, wenn „große“ Europäer jedoch in ihnen stehen müssen, kann man die Situation mit dem Spiel „Twister“ vergleichen (überspitzt dargestellt natürlich).

Morgens fahren wir übrigens immer mit einem “Mototaxi“ zum „Pro“, einem Markt wo auch viele Busse halten, von denen wir einen für die weitere Strecke zur Schule nehmen.

Mototaxis sind sehr abenteuerlich. Sie bestehen aus einem Motorrad mit einer Sitzbank für bis zu drei Personen hinter dem Fahrer und sind für gewöhnlich von einer Art Plane/Plastikkarosserie umgeben, die jedoch im Falle eines Umfalles nicht den geringsten Schutz bieten würde (hat mich anfangs an asiatische Filme mit den Rikschas erinnert).

Apropos Unfälle: Heute, auf dem Weg zum Mega Plaza über die (ich glaube es war die) „Panamericana“, ist riesiges Loch in der Straße in mein Blickfeld gerückt. Dieses Loch war nur spärlich von einigen Brettern bedeckt, die Busse, Taxis und anderen Gefährte sind jedoch einfach drüber gefahren. Scary. Diese Straßenverhältnisse, der Staub, der Müll, die Peruaner, die einen anstarren, hinterher pfeifen (natürlich kann das nicht verallgemeinert werden, kommt aber nicht selten vor) usw. erinnern einen stetig daran, wo man sich befindet. Im Mega Plaza könnte man nur allzu leicht in den Glauben versetzt werden, man sei irgendwo in Europa, der USA oder sonst wo auf der konsumorientierten Welt.

 

17. August 2011

 

Nur eine kurze Mitteilung, um euch auf dem Laufenden zu halten:

Nach dem Seminar mit all seinen Eindrücken (auch einer spannenden Tour durch die Armenviertel Limas und Menschen dort, die teilweise bei dem Anblick von "Gringos" herzlich gelacht haben, betreten zu Boden geschaut oder uns angestarrt haben (der Anblick von Weißen ist dort nicht üblich) und die sehr stark unter Korruption leiden, wie uns an verschiedenen Beispielen deutlich gemacht wurde sowie der Besichtigung mancher "Touri-Ziele" wie dem Plaza de Armas in der freien Zeit) bin ich seit gestern in der neuen Unterkunft in Comas. Zur Zeit teile ich mir noch mit Eva ein Zimmer, bald sollen wir aber wieder umziehen, dieses Mal ins Nachbarhaus, wo wir schließlich eigene Zimmer bekommen werden. Ab wann wir dort anzutreffen sind, steht aber noch nicht fest, das Datum liegt vermutlich im September. Demnach kann ich euch auch leider noch keine genaue Adresse mitteilen. Solltet ihr jedoch irgendwann mal auf die Idee kommen, ein Päckchen schicken zu wollen, achtet bitte darauf, dass es nicht mehr als 2 kg wiegen sollte, da es sonst vom Zoll aufgehalten wird und es unauffindbar werden könnte.

Heute war dann auch der erste Tag im Projekt, der Schule. Die Lehrer scheinen nett, die Schüler mögen auf Deutsche den Eindruck machen, als tanzten sie den Lehrern auf der Nase herum, doch hier scheint das Chaos in den Klassen eher normal zu sein, und viele Kinder zeigen großes Interesse an mir. Sie umarmen mich, wollen neben mir sitzen und quetschen mich mit Fragen aus.

Mehr berichte ich zu späterem Zeitpunkt. Nun überlasse ich Eva das Internetkabel.

 

16. August 2011

 

Bevor ich vom aktuellen Tagesgeschehen berichte, möchte ich euch spezielle Eindrücke vermitteln:

 

Sanitäre Anlagen

Eine teilweise äußerst interessante Spezie. Es gibt zwei Badezimmer im Hostel, die ich bisher benutzt habe. Das eine zeichnet sich dadurch aus, dass anfangs alles in Ordnung schien, es inzwischen jedoch schon zweimal zu einer Verstopfung der Toilette kam (vielleicht auch dadurch, dass irgendjemand das Toilettenpapier nicht in den nebenstehenden Mülleimer verfrachtet hat, sondern die engen Rohre damit konfrontiert hat). Weiterhin funktionierten Wasserhahn und Dusche normal, bis der Wasserhahn nach wenigen Tagen kaputt war und nun ein unscheinbarer roter Hebel neben der Toilette umgelegt werden muss, damit Wasser aus der Leitung kommt. Das Problem: Wasser aus dem Wasserhahn und kaltes Wasser aus der Dusche (das warme Duschwasser ist nicht betroffen) scheinen zusammen zu hängen, denn immer wenn man den Hebel betätigt, fließ sowohl Wasser aus Wasserhahn, als auch Dusche. Dies kann zweifach ein Problem darstellen. Einerseits leidet Peru unter Wasserkanppheit und liegt an dritter Stelle, der vom Klimawandel betroffenen Länder. In einigen Jahren soll es in Lima, einer Wüstenstadt, kaum noch Wasser geben. Wenn nun unnötig Wasser durch Fehlkonstruktion verschwendet wird, wird dieses Problem verstärkt. Zweitens ist es so, dass beim Duschen manchmal Wasserengpässe entstehen (es kann nicht immer über alle Leitungen gelichzeitig viel Wasser verwendet werden), dadurch kommt es zu Rinnsälen, die zum Shampoo-Ausspülen nicht sonderlich behilflich sind.

Last, but not least: Undichte Dächer. Während des Duschens heute morgen tropfte es stetig kalt (schwere kalte Tropen von der Decke sind deutlich vom Duschwasser zu unterscheiden). Auch im zweiten Bad, welches unter einer Holztreppe, die auf eine Art Dachterasse, die wiederum nur durch ein großes Handtuch vom Nieselregen in Lima geschützt ist, liegt (anders formuliert wäre es möglicherweise noch schwieriger, diese Konstruktion nachzuvollziehen), regnet es auf dich herab. (Um von den sanitären Anlagen kurzzeitig abzuweichen: In unserem Zimmer hat sich auch schon eine kleine Pfütze gebildet.)

Wenn man außer Haus eine Toilette aufsucht, kann das ebenfalls ein Abenteuer sein. Vor zwei Tagen wollte ich eine solche Anlage im "Parque Exposición" besuchen, bezahlte 50 Céntimos (etwas weniger als 15 ct (€)), erhielt Toilettenpapier in die Hand gedrückt und fand mich sogleich in der engsten Kabine wieder, in der ich je war. Vielleicht mag sie für kleine, schmale peruanische Frauen ausgelegt sein, jedoch sicherlich nicht für größere Menschen.

Zum Leitungswasser kann man auch noch einen Satz verlieren. Dieses darf man hier unter keinen Umständen trinken (nur abgekocht), weswegen sich viele Freiwillige Wasser aus der Flasche zum Zähneputzen gekauft haben. Ich halte bislang aber für eher unnötig und kann sagen: Juchu, ich lebe noch! :)

 

Busse

Willst du mit dem Bus fahren, solltest du dich in der Stadt gut auskennen, da es keine Fahrpläne gibt. Busse sammeln dich nämlich vom Straßenrand, durchaus fernab von offiziellen Haltestellen, auf und du musst dann natürlich irgendwie wissen, ob das der Bus mit der richtigen Richtung für dich ist. Bist du erst einmal im Bus gelandet, versuchst du dich möglichst schnell hinzusetzen, da es ansonsten eine Leichtigkeit wäre, beim Anfahren umzukippen. Hast du dich hingesetzt, kann es noch immer passieren, dass du nach vorne fällst (jedenfalls wenn du keinen Sitz vor dir hast und der Bus rapide anhält (der Straßenverkehr ist hier im Vergleich zu Deutschland chaotisch und es wird häufig gehupt, scheinbar einfach nur, damit überhaupt gehupt wird..es werden manchmal zwei Spuren gleichzeitig genutzt, Blinker oder ein heiler Auspuff scheint für manche ein Fremdwort (oder nicht bezahlbar) zu sein...). Irgendwann kommt dann der "Einsammler" des Busses und nimmt dir das Fahrtgeld ab (sehr günstig). Wenn du aussteigen möchtest, musst du "Baja" rufen und der Bus hält bei der nächsten Möglichkeit (fernab von richtigen Haltestellen) an. Auch aus diesem Grund muss man sich auskennen!

 

Taxis

Taxis sind teurer als Busse, dafür aber einfacher zu benutzen, insbesondere wenn man neu in der Stadt ist. Normalerweise gehen wir Deutsche davon aus, dass ein gewöhnlicher PKW für 5 Personen gebaut ist. Hier können (bei gleichem PKW-Format und Sitzplatzzahl) 7 Personen zusammen fahren. Die Polizei sieht dies nicht gern, ignoriert es aber oftmals.

Anekdote: Auf der Fahrt von einer Fontänen-Show zu einer Fotoausstellung wollten 4 Freiwillige und ich (5+Fahrer) ein Taxi nehmen. Den Fahrer störte dies nicht, man könne sich zu viert nach hinten quetschen. Ein Polizist sah uns alle einsteigen und meinte zum Fahrer, dass dies gegen das Gesetz wäre, wir sollten uns auf zwei Taxis aufteilen. Der Fahrer sagte jedoch: "Bitte, nur dieses eine Mal" und damit war die Sache geklärt, wir fuhren gemeinsam in einem Taxi.

 

13. August 2011

 

Ich komme mit dem Schreiben jetzt schon nicht hinterher.

Beginnen wir also wieder mit dem 11. August, abends nach der Ankunft in Lima. Zunächst ging es mit einem Bus (der zu klein für unser Gepäck war) durch Callao (Stadtteil Limas) nach Miraflores (auch ein Stadtteil), wo sich unser Hostel für die ersten 5-6 Tage befindet. Es ist übrigens doch nicht das Hostel, von welchem ich glaubte es hätte einen Pool, wir wurdern spontan umquatiert. Sofort fielen wir alle in die Betten. Am nächsten Morgen konnten wir das Hostel dann genauer unter die Lupe nehmen. Insgesamt ist es eher spartanisch (aber wir sind schließlich auch in Peru!), doch jeden Morgen gibt es ein Frühstück mit Brötchen, die wie die aus Deutschland schmecken, und eine W-Lan Internetverbindung im "Hauptbereich" des Hauses. Gemeinsam mit fünf anderen Freiwilligen teile ich mir hier ein Zimmer, was durch unsere Koffer/Taschen.. sehr beengt wird. Aushalten kann man es hier aber dennoch gut. Ein kleines Minnesota-im-Winter-Revival habe ich auch schon erlebt. Nachts ist es hier so kalt, dass ich mich für die zweite Nacht für den dicksten Pulli und eine lange Sporthose entschieden habe, ansonsten würde ich die ganze Zeit frieren.

Was unser gestriges Programm betraf, so wurden erstmal Handys und/oder peruanische Simkarten gekauft. Dies stellte sich als sehr langwierig heraus, wir verbrachten mehrere Stunden in dem "Claro-Laden". Anschließend gab es ein gutes Mittagessen aus Kartoffeln mit einer Art Knoblauchsauce als Vorspeise und einem Hauptgericht, was sich aus gegrilltem Huhn mit Reis in einer "Kartoffelsauce" zusammen setzte. Sehr interessant, durchaus gut schmeckend und günstig (umgerechnet nur etwas mehr als 2€).

Nachdem wir Organisatorisches klärten, Passfotos machen ließen und ein peruanischen Bankkonto eröffneten, fuhren wir zum "Larcomar", dem Lima der Reichen. Larcomar befindet sich auf einem Hang am Pazifik und stellt ein Einkaufs- und Freizeitzentrum dar. Die Preise sind dort etwas teurer als im restlichen Peru, die Aussicht ist schön, mich hat der ganze Konsumfaktor etwas abgeschreckt und es ist auffällig, dass sich hier besonders viele Peruaner und Touristen mit hellerer Hautfarbe tummeln. Dies ist ein Zeichen der sozialen Selektion in Peru. Desto heller die Haut, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass du Geld in der Tasche hast und ins Larcomar reinkommen kannst (es gibt dort einige Securities, ebenso wie im restlichen Lima viel Polizei angetroffen werden kann). Zudem befindet sich das Larcomar direkt vor dem Hotel, in dem 2008 irgendwelche G(7,8,20?) Regierungschefs (auch Bush und Merkel) zusammen kamen. Extra dafür wurde dieser Bereich Limas infrastrukturell und optisch aufgepeppt.

Heute, in ca. einer Stunde, werden wir dann das Gegenteil, das Lima der Armen in den südlichen Vororten erkunden. Eva und mir wurde auch schon mitgeteilt, dass wir uns auf einen harten Weg von Miraflores nach Comas, unserem Einsatzort, gefasst machen müssen. Tierkadaver, Müllberge u.ä. wären dort keine Seltenheit. Man darf also weiterhin gespannt sein.

Nur kurz zum weiteren Programm:

Morgen haben wir einen Tag zur freien Verfügung und können uns beispielsweise das Zentrum Limas mit seiner Kathedrale und dem Plaza de las Armas ansehen. Einen Tag später haben wir einen Termin in der deutschen Botschaft, um einige Wochen später unsere "Voluntarios Tarjeta", die auch die Entwicklungshelfer hier haben, zu bekommen, die einen Reisepassersatz darstellen soll. (Mal wieder ein schöner Schachtelsatz). Dienstag werden letzte Fragen geklärt und die ersten Freiwilligen werden zu ihren richtigen Wohnorten in Peru aufbrechen. Der Rest begibt sich am Mittwoch zu den Unterkünften. Spätestens Donnerstag wird unser erster Tag im Projekt sein.

 

12. August 2011

 

Um 3 Uhr morgens begann der gestrige Tag, um 4 Uhr ging es zum Flughafen und ca. zwei Stunden später saß ich mit einer weiteren Frewilligen (die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht kannte) im Flugzeug auf dem Weg nach Paris. Dort trafen wir auf die anderen 21 Peru Freiwillige unsere Organisation und schon traten wir den weiten, über 12stündigen Weg nach Lima an. Im Flieger machte ich zugleich die erste Bekanntschaft mit einer waschechten Peruanerin, die neben mir saß, und konnte mich in spanischer Konversation üben. Zwar verstand ich sie nicht zu 100% und war zeitweise mit Samlltalk von meiner Seite aus überfordert, fand meine Spanischkenntnisse aber letztlich gar nicht so schlecht, wie ich sie zuvor eingeschätzt hätte. Direkt mit ihren ersten Sätzen warnte mich die Sitznachbarin mit Blick auf meine blonden Haare vor dem peruanischen Machismo, meinte jedoch auch, dass der Großteil der Peruaner nett wäre. Zwei Filme, einen Mix aus Chopin und Linkin Park sowie zwei Mahlzeiten später erreichten wir dann endlich Lima mit (nur) 30minütiger Verspätung. Mein erster Eindruck während der Landung: Die Wolken hängen wunderschön in den Anden-ist tatsächlich einen Blick wert, leider konnte ich kein Foto machen.

Mein erster Eindruck von Lima: Was für ein graues Loch! Ich war zwar vorgewarnt, dass mich Gräuness und Nebel dort erwarten würde, aber es kam grauer als ich es mir vorgestellt hatte.

Der erste Schritt nach der Landung: Durch Passkontrolle und mit dem Gepäck durch den Zoll. Bei der Passkontrolle sah sich der zuständige Beamte kurz mein 3 Jahre altes US-Visum an, setzte einen Stempel auf die Seite daneben und winkte mich durch. Mein Visum für Peru auf der nächsten Seite würdigte er keines Blickes!

Der Zollbeamte hingegen fragte mich, ob ich als Touristin nach Peru gekommen wäre. Dies verneinte ich, antwortete ich käme als "Voluntaria". Er sah mich nachdenklich an und fragte, ob ich eine College Studentin sei. Ich antwortete: "Nein, aber fast". Dann lachte er einfach nur noch und winkte mich ebenfalls durch. Auf jeden Fall waren meine ersten Begegnungen mit den Peruanern positiv.

Weitere Infos gibts später.

 

08. August 2011

 

Nur noch 2 ganze Tage in Deutschland warten auf mich - dann ist schon der Tag des Fluges gekommen. Langsam beginne ich, Ordnung in den chaotischen Haufen in meinem Koffer, der sich mit der Zeit durch ständiges Hineinwerfen von Gegenständen, die ich mitnehmen möchte, entwickelt hat, zu bringen. (Welch Schachtelsatz)

Zudem hat sich heraus gestellt, dass Eva und ich wahrscheinlich doch nicht, wie zunächst angenommen, im Haus der Vermieter und anderer Freiwilligen/Peruaner wohnen werden, sondern in einer getrennten Etage des Nachbarhauses unterkommen sollen. Ob das dann auch tatsächlich der Fall sein wird, ist bislang nicht absehbar.

Die Aufregung meinerseits hält sich übrigens noch sehr in Grenzen. Nur der Druck, alles zu packen und die Organisationen abzuschließen, wird stetig größer.

Lima von oben
Lima von oben